Auf dieser Internetseite informiert der SKM – Katholischer Verband für soziale Dienste in Deutschland – Bundesverband e.V. über freiwilliges und ehrenamtliches Engagement bei seinen Mitgliedsvereinen.

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Im Rahmen des Sozialpraktikums war ich über drei Wochen in 2011 beim Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) in Meppen tätig. Vollständigen Artikel lesen »

Den ersten Kontakt zum SKFM hatte ich vor ca. 20 Jahren. Eine Freundin sprach mich an, ob ich mich nicht ehrenamtlich im SKFM engagieren wolle, und zwar im Fachteam „Schwangerschaftskonfliktberatung“ – so die damalige Bezeichnung. Obwohl berufstätig, sagte ich nach kurzer Überlegung zu, zumal der zeitliche Einsatz überschaubar war. In den Fachteamsitzungen machte ich dann die Erfahrung, dass eine Schwangerschaft für eine Frau auch viele Probleme mit sich bringen kann und Entscheidungen verlangt. Hier habe ich die Arbeit der Beraterinnen und Berater kennen und schätzen gelernt.

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Durch einen Bekannten, der beim SKM Stolberg ehrenamtlich tätig war und noch ist, wurde ich 1979 auf die Ortsgruppe Stolberg aufmerksam. Ich fand dort 1980 eine hauptberufliche Anstellung als Sekretärin, zunächst stundenweise, später halbtags, und übte diese Tätigkeit fast 30 Jahre aus.

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Die Arbeit des SKMs ist mir seit vielen Jahren bekannt. Er macht ernst mit der Botschaft Jesu: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder – oder einer meiner geringsten Schwestern – getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40).

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Gestatten Sie mir, dass ich mich Ihnen zunächst vorstelle: Mein Name ist Stephan Lütke Glanemann, ich bin 53 Jahre alt und seit gut 25 Jahren mit meiner Frau verheiratet. Wir haben miteinander drei Söhne. Beruflich bin ich seit beinahe zehn Jahren als Projektmanager im kommunalen Finanzmanagement bei der ITEBO GmbH in Osnabrück tätig. In der Zeit davor habe ich u. a. im Auftrag des Osnabrücker Domkapitels für einige Jahre ein wissenschaftliches Projekt zum Osnabrücker Dom durchgeführt. Aus diesen Jahren ist mir noch deutlich in Erin­nerung, wie wichtig Kenntnisse von Organisations- und Entscheidungsstrukturen innerhalb der Kirche sind, wenn man etwas in Bewegung bringen will.

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Ein Bericht in der Tagespresse über die Arbeit von Ehrenamtlichen im Bereich der Betreuung machte mich aufmerksam. Was machen die wohl bloß? Und gleich danach war ich beim SKM-Bodenseekreis im Jahre 1995.

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Mein Name ist Rainer L., ich bin Jahrgang 1949, verheiratet und habe eine 24jährige Tochter.

Durch Krankheit wurde ich mit 55 Jahren Frührentner, fühlte mich aber zu jung, um nur noch Haus- und Gartenarbeiten gemeinsam mit meiner Frau durchzuführen. Ich suchte eine Aufgabe im sozialen Bereich.

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Mit dem links abgebildetem Logo (Foto: Thomas J. Hugo) will der SKM-Sozialdienst Katholischer Männer – Emsland Mitte – e.V. in Meppen auf ein Projekt aufmerksam machen, mit dem versucht wird, ein Fehlverhalten, das in der Vergangenheit oft in den Medien unbeachtet geblieben ist und von Tätern nicht selten als „Kavaliersdelikt“ verharmlost worden ist, in die Öffentlichkeit hineinzutragen und zu bekämpfen.


Ich arbeite zusammen mit fünf weiteren Männern ehrenamtlich in diesem Projekt beim SKM – Emsland Mitte – e.V. in Meppen und möchte dies einem breiteren interessierten Kreis vorstellen und für Nachahmung werben.

Wie definiert man „häusliche Gewalt“?

Sie wird als Gewalt von Männern gegen ihre (Ex-) Partnerinnen im häuslichen Umfeld verstanden und ist jede zielgerichtete Verletzung der seelischen und körperlichen Integrität einer anderen Person. (Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt (BAGTäHG): Standards und Empfehlungen, S.1)

Mit welchen Tätern versuchen wir in Kontakt zu treten?

Liest man unser Logo, dann könnte man die Täter zur Gruppe der Menschen am Rande unserer Gesellschaft zählen. Weit gefehlt! (Es sei denn, man rechnet die Männer dazu, die sich durch ihre begangene Straftat selbst in diese Randgruppe eingeordnet haben.) Um es genauer zu beschreiben, wähle ich folgende Täterbeschreibung: Der Täterkreis umfasst Jugendliche und Erwachsene, Einheimische und Migranten, sowohl Männer ohne abgeschlossene Berufsausbildung als auch Akademiker.

Wie versuchen wir einen Kontakt herzustellen?

In seltenen Fällen geht der Wunsch nach Hilfe vom Täter selbst aus, d.h. er ruft unseren Bereitschaftsdienst an. In der Regel erfolgt die Kontaktaufnahme durch einen Kurzbericht der örtlichen Polizei. Wird die Polizei durch einen Anruf des Opfers oder anderer Tatzeugen der Gewalttat zum Tatort gerufen, fertigt sie ein Protokoll an, das mit Einwilligung des Täters (in der Regel wird diese von ihm erteilt) über das Büro des SKM an denjenigen ehrenamtlichen Mitarbeiter des Projekts weitergeleitet, der zur Tatzeit seine „Bereitschaftswoche“ hat. So erfahren wir Name, Anschrift und Telefonnummer des Täters und versuchen dann, einen Termin für ein Beratungsgespräch in einem separaten Raum der SKM-Geschäftsstelle zu vereinbaren oder wenigstens am Telefon mit ihm über die begangene Straftat zu sprechen.

Worum geht es in den Gesprächen mit den Tätern?

1. Wir versuchen die Ursache und den Anlass der Gewaltanwendung zu hinterfragen.

2. Wir versuchen dem Täter bewusst zu machen, dass er eine Straftat begangen hat, für die er die Folgen (Strafen) zu tragen hat und mit denen er auch dann rechnen muss, wenn seine (Ex-) Partnerin aus den unterschiedlichsten Gründen ihre Anzeige zurückzieht.

Einen interessanten Ansatz bei unseren Bemühungen, im Gespräch einen Zugang zum Täter zu finden, schlägt Uta Bausmann (Quelle: Uta Bausmann in: „Jugendgewalt – und kein Ende?“, Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, Hannover 1999) vor: Sie spricht von einer „konfrontativen Pädagogik“, bei der bekannte Verhaltensweisen z.B. die Konfrontation benutzt wird, um negatives in positives Verhalten zu verändern.

„Dabei gelten vier primäre Ziele:

a. Die Gewaltverherrlichung des Täters zu erschüttern

b. Zu erreichen, dass der Täter die Verantwortung für seine Tat übernimmt.

c. Die Not des Opfers in den Blickpunkt zu stellen

d. Die Rechtfertigungsmechanismen für Gewaltanwendungen zu hinterfragen“ (Quelle: Frauke Beushausen, in „Gewalt sucht Ausweg“ Diakonisches Werk, Fachambulanz Sucht  Emsland, Meppen 2008)

3. Wir benennen dem Täter Namen und Anschriften von sozialen und medizinischen Einrichtungen, die ihm bei seiner Verhaltensänderung Hilfestellung geben und gegebenenfalls in eine professionelle Therapie einmünden können. Neben dem Anti-Gewalt-Training kann dies auch Sucht-, Ehe-, oder Schuldnerberatung bis hin zur stationären psychiatrischen Behandlung beinhalten.

Fazit

Nach drei Jahren Tätigkeit in diesem Projekt habe ich gelernt zu akzeptieren, dass meine Hilfsangebote auch auf Gleichgültigkeit, ja sogar auf Ablehnung stoßen können.

Aber es gibt ebenso Fälle, in denen meine Gesprächspartner ihr Fehlverhalten eingesehen und bereut haben. Ich konnte erleben, dass einige froh und dankbar waren, dass ihnen Perspektiven und Auswege gezeigt wurden, wie sie aus ihrem Teufelskreis von Gewalt, Alkohol- und Drogenkonsum heraus kommen können. Dies veranlasst und motiviert mich, auch weiterhin in diesem Projekt mitzuarbeiten.

K. S.

Weitere Informationen:  SKM –Emsland Mitte – e.V., Margaretenstr. 23, 49716 Meppen, Tel: 05931-9311-0, www.skm-meppen.de; info@skm-meppen.de

Warum nicht ein Ehrenamt übernehmen, warum nicht ein wenig Zeit für Menschen haben, denen es nicht so gut geht?

Das waren die zentralen Fragen, die sich mir nach einer überstandenen persönlichen Krise stellten. Es entwickeln sich bisweilen diese besonderen Lebensumstände, um mit einer neuen Perspektive über den alltäglichen Tellerrand hinaus zu schauen. Aber es gab auch Zweifel, ob man der Aufgabe gewachsen ist.

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Als Mitarbeiter im Jugendamt hatte ich vor ca. 10 Jahren gemeinsam mit einem Betreuer des SKM einen gemeinsamen Fall. Der Kindsvater stand unter Betreuung, während ich mich um die Belange der Kinder kümmerte. Hauptsächlich ging es in der Zusammenarbeit um die Regelung der Besuchskontakte, finanzielle Angelegenheiten und gemeinsame Hilfegespräche.

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